Immobilienmakler oder Immobilienkaufmann, Unterschiede, Aufgaben, Ausbildung und Karriere im Vergleich

Die Immobilienbranche zählt zu den vielseitigsten und attraktivsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Ob Wohnimmobilien, Gewerbeobjekte, Neubauprojekte oder Kapitalanlagen – qualifizierte Fachkräfte werden in nahezu allen Bereichen gesucht. Wer sich beruflich für Immobilien interessiert, stößt früher oder später auf zwei zentrale Berufsbilder: Immobilienmakler und Immobilienkaufmann bzw. Immobilienkauffrau.

Obwohl beide Berufe eng miteinander verbunden sind und häufig zusammenarbeiten, unterscheiden sie sich in wesentlichen Punkten. Ausbildungsweg, Tätigkeitsbereich, Einkommensmodell, Karrierechancen und tägliche Aufgaben sind keineswegs identisch. Während Immobilienmakler ihren Schwerpunkt auf die Vermittlung von Immobilien und die Kundenberatung legen, übernehmen Immobilienkaufleute zusätzlich kaufmännische, organisatorische und verwaltende Aufgaben rund um Immobilien und Immobilienbestände.

In diesem Ratgeber erfahren Sie ausführlich, welche Unterschiede zwischen beiden Berufen bestehen, welche Voraussetzungen erforderlich sind, welche Karrierewege möglich sind und welcher Beruf am besten zu Ihren persönlichen Interessen und Fähigkeiten passt.

Was macht ein Immobilienmakler?

Ein Immobilienmakler ist auf die Vermittlung von Immobilien spezialisiert. Er bringt Verkäufer und Käufer beziehungsweise Vermieter und Mieter zusammen und begleitet beide Parteien während des gesamten Vermarktungsprozesses – von der ersten Beratung bis zur Schlüsselübergabe.

Dabei übernimmt der Makler weit mehr als lediglich die Präsentation eines Objekts. Moderne Immobilienvermittlung erfordert fundierte Marktkenntnisse, rechtliches Verständnis, Verhandlungsgeschick sowie ein hohes Maß an Kommunikations- und Beratungskompetenz.

Zu den typischen Aufgaben eines Immobilienmaklers gehören:

  • Akquise neuer Verkaufs- und Vermietungsobjekte
  • Beratung von Eigentümern bei Verkaufs- oder Vermietungsabsichten
  • Durchführung professioneller Marktwertanalysen
  • Erstellung von Immobilienbewertungen
  • Entwicklung individueller Vermarktungsstrategien
  • Organisation professioneller Immobilienfotografie
  • Erstellung hochwertiger Exposés
  • Veröffentlichung der Immobilien auf Immobilienportalen
  • Durchführung von Besichtigungsterminen
  • Beantwortung von Interessentenanfragen
  • Bonitätsprüfung potenzieller Käufer oder Mieter
  • Preisverhandlungen zwischen den Vertragsparteien
  • Begleitung bis zum Notartermin
  • Betreuung nach Vertragsabschluss

Insbesondere bei hochwertigen Wohn- und Anlageimmobilien entwickelt sich der Beruf zunehmend vom klassischen Verkäufer hin zum Berater und Immobilienexperten.

Der Arbeitsalltag eines Immobilienmaklers

Kein Arbeitstag gleicht dem anderen. Während ein Vormittag mit Marktanalysen oder Eigentümergesprächen beginnt, stehen nachmittags häufig Besichtigungstermine oder Preisverhandlungen auf dem Programm. Viele Termine finden außerhalb der üblichen Bürozeiten statt, da Käufer und Verkäufer oft erst am Abend oder am Wochenende Zeit haben.

Ein großer Teil der Tätigkeit besteht außerdem aus:

  • Telefonaten
  • Kundenberatung
  • Netzwerkarbeit
  • Objektakquise
  • Marktbeobachtung
  • digitalem Marketing
  • Dokumentation
  • Vertragsvorbereitung

Der Beruf bietet dadurch viel Eigenverantwortung und abwechslungsreiche Aufgaben.

Voraussetzungen für den Beruf des Immobilienmaklers

Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen existiert in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebene Berufsausbildung, um als Immobilienmakler tätig zu werden.

Wer gewerblich Immobilien vermitteln möchte, benötigt in der Regel eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung (GewO). Vor deren Erteilung prüft die zuständige Behörde unter anderem die persönliche Zuverlässigkeit sowie bestimmte wirtschaftliche Voraussetzungen.

Eine klassische Berufsausbildung ist dagegen nicht verpflichtend.

Dennoch setzen seriöse Maklerunternehmen heute zunehmend auf qualifizierte Mitarbeiter mit fundierter Ausbildung oder langjähriger Berufserfahrung. Viele Makler verfügen beispielsweise über:

  • eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann,
  • ein Studium der Immobilienwirtschaft,
  • eine Weiterbildung zum Immobilienfachwirt,
  • betriebswirtschaftliche oder juristische Abschlüsse,
  • IHK-Zertifikate oder branchenspezifische Weiterbildungen.

Gerade in einem wettbewerbsintensiven Markt erwarten Eigentümer und Käufer heute professionelle Beratung auf hohem fachlichen Niveau.

Welche Fähigkeiten sollte ein erfolgreicher Immobilienmakler mitbringen?

Der langfristige Erfolg hängt weniger von einem bestimmten Bildungsabschluss als vielmehr von persönlichen Kompetenzen ab.

Zu den wichtigsten Eigenschaften gehören:

  • ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit
  • Verhandlungsgeschick
  • sicheres Auftreten
  • Verkaufstalent
  • Kundenorientierung
  • unternehmerisches Denken
  • Eigenmotivation
  • Organisationstalent
  • Empathie
  • Belastbarkeit
  • Interesse an Immobilien und Architektur
  • Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge

Darüber hinaus gewinnen digitale Kompetenzen immer stärker an Bedeutung. Professionelle Makler arbeiten heute mit CRM-Systemen, digitalen Bewertungsprogrammen, virtuellen Besichtigungen, Social-Media-Marketing sowie modernen Vermarktungstechnologien.

Wie verdient ein Immobilienmakler sein Geld?

Das Einkommen eines Immobilienmaklers unterscheidet sich deutlich von vielen klassischen Angestelltenberufen.

In den meisten Maklerunternehmen basiert die Vergütung ganz oder teilweise auf Provisionen, die nach erfolgreichem Abschluss eines Verkaufs oder einer Vermietung gezahlt werden.

Je nach Unternehmen existieren unterschiedliche Modelle:

  • ausschließlich Provisionsvergütung
  • Fixgehalt plus Provision
  • Grundgehalt mit leistungsabhängigen Bonuszahlungen
  • selbstständige Tätigkeit auf Provisionsbasis

Die tatsächliche Höhe des Einkommens hängt unter anderem ab von:

  • Anzahl erfolgreicher Vermittlungen
  • Verkaufspreisen der Immobilien
  • regionalem Immobilienmarkt
  • Größe des Kundenstamms
  • Erfahrung
  • Spezialisierung
  • persönlichem Engagement

Erfahrene Makler mit einem etablierten Netzwerk und hochwertigen Immobilien können ein deutlich höheres Einkommen erzielen als Berufseinsteiger.

Was macht ein Immobilienkaufmann?

Der Beruf des Immobilienkaufmanns beziehungsweise der Immobilienkauffrau ist deutlich breiter aufgestellt als der des klassischen Maklers.

Immobilienkaufleute beschäftigen sich nicht ausschließlich mit dem Verkauf oder der Vermietung von Immobilien, sondern übernehmen zahlreiche kaufmännische, organisatorische, rechtliche und verwaltende Aufgaben innerhalb der Immobilienwirtschaft.

Sie arbeiten beispielsweise für:

  • Immobilienunternehmen
  • Wohnungsbaugesellschaften
  • Hausverwaltungen
  • Projektentwickler
  • Bauträger
  • Immobilienfonds
  • Banken
  • Versicherungen
  • kommunale Wohnungsunternehmen
  • große Industrieunternehmen mit eigenem Immobilienbestand

Dadurch ergeben sich sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Typische Aufgaben eines Immobilienkaufmanns

Der Arbeitsbereich umfasst unter anderem:

  • Vermietung von Wohnungen und Gewerbeflächen
  • Verkauf von Immobilien
  • Betreuung bestehender Mietverhältnisse
  • Erstellung von Mietverträgen
  • Organisation von Wohnungsübergaben
  • Durchführung von Objektbesichtigungen
  • Bearbeitung von Schadensmeldungen
  • Beauftragung von Handwerksunternehmen
  • Planung von Modernisierungsmaßnahmen
  • Betriebskostenabrechnungen
  • Verwaltung von Wohnanlagen
  • Budgetplanung
  • Rechnungsprüfung
  • Kommunikation mit Eigentümern
  • Zusammenarbeit mit Behörden
  • Unterstützung bei Bauprojekten
  • Finanzierungsplanung
  • Dokumentation sämtlicher Verwaltungsprozesse

Während Makler häufig projektbezogen arbeiten, begleiten Immobilienkaufleute Immobilien oftmals über viele Jahre hinweg und sorgen für deren wirtschaftliche Verwaltung und nachhaltige Entwicklung.

Ausbildung zum Immobilienkaufmann

Der Beruf Immobilienkaufmann bzw. Immobilienkauffrau ist in Deutschland ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die duale Ausbildung verbindet praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb mit theoretischem Unterricht in der Berufsschule und vermittelt umfassendes Fachwissen rund um die Immobilienwirtschaft.

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Bei sehr guten schulischen oder betrieblichen Leistungen kann sie unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden.

Während der Ausbildung lernen angehende Immobilienkaufleute nahezu alle Bereiche der Immobilienbranche kennen. Dadurch entsteht ein breites Fachwissen, das später sowohl in der Immobilienverwaltung als auch im Vertrieb oder in der Projektentwicklung eingesetzt werden kann.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildungsinhalte umfassen unter anderem:

  • Immobilienwirtschaft
  • Grundstücksrecht
  • Mietrecht
  • Wohnungseigentumsrecht
  • Vertragsrecht
  • Immobilienbewertung
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen
  • Buchhaltung
  • Finanzierung
  • Marketing
  • Projektentwicklung
  • Kundenberatung
  • Objektverwaltung
  • Betriebskostenabrechnung
  • Vermietung und Verkauf von Immobilien

Neben den theoretischen Kenntnissen erwerben Auszubildende umfangreiche praktische Erfahrungen im direkten Umgang mit Kunden, Eigentümern, Mietern und Geschäftspartnern.

Am Ende der Ausbildung erfolgt die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Arbeitsalltag eines Immobilienkaufmanns

Der Berufsalltag ist abwechslungsreich und verbindet kaufmännische Tätigkeiten mit direktem Kundenkontakt.

Ein typischer Arbeitstag kann beispielsweise folgende Aufgaben umfassen:

  • Bearbeitung neuer Mietanfragen
  • Vorbereitung von Miet- und Kaufverträgen
  • Kommunikation mit Eigentümern
  • Abstimmung mit Handwerksbetrieben
  • Planung von Modernisierungen
  • Durchführung von Wohnungsabnahmen
  • Bearbeitung von Schadensmeldungen
  • Erstellung von Nebenkostenabrechnungen
  • Budgetplanung
  • Pflege von Objektunterlagen
  • Betreuung bestehender Mietverhältnisse

Je nach Arbeitgeber kann der Schwerpunkt unterschiedlich ausfallen. Während Wohnungsbaugesellschaften häufig Verwaltung und Vermietung in den Mittelpunkt stellen, beschäftigen sich Projektentwickler stärker mit Neubauprojekten, Investitionsplanungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Dadurch bietet der Beruf langfristig vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der gesamten Immobilienbranche.

Welche Fähigkeiten sollte ein Immobilienkaufmann mitbringen?

Da Immobilienkaufleute zahlreiche organisatorische und kaufmännische Aufgaben übernehmen, werden etwas andere Kompetenzen benötigt als im klassischen Maklergeschäft.

Besonders wichtig sind:

  • kaufmännisches Verständnis
  • analytisches Denken
  • Organisationsfähigkeit
  • sorgfältige Arbeitsweise
  • Kommunikationsstärke
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Interesse an Recht und Wirtschaft
  • Zahlenverständnis
  • Teamfähigkeit
  • Kundenorientierung
  • gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit

Da Immobilienkaufleute regelmäßig mit Verträgen, Abrechnungen und gesetzlichen Vorschriften arbeiten, spielt Genauigkeit eine besonders wichtige Rolle.

Gehalt eines Immobilienkaufmanns

Bereits während der Ausbildung erhalten angehende Immobilienkaufleute eine Ausbildungsvergütung. Deren Höhe hängt vom Unternehmen, Bundesland und einer möglichen Tarifbindung ab.

Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss steigt das Einkommen deutlich an.

Das Einstiegsgehalt liegt häufig zwischen 2.500 und 3.200 Euro brutto pro Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung, zusätzlichen Qualifikationen und wachsender Verantwortung sind deutlich höhere Gehälter möglich.

Einfluss auf das Einkommen haben unter anderem:

  • Berufserfahrung
  • Region
  • Unternehmensgröße
  • Tarifvertrag
  • Verantwortungsbereich
  • Spezialisierung
  • Führungsverantwortung

Wer später beispielsweise als Teamleiter, Objektmanager oder Projektentwickler arbeitet, kann sein Einkommen nochmals erheblich steigern.

Immobilienmakler oder Immobilienkaufmann – Die wichtigsten Unterschiede

Obwohl beide Berufe eng miteinander verbunden sind, unterscheiden sie sich in zahlreichen Bereichen.

BereichImmobilienmaklerImmobilienkaufmann
SchwerpunktVermittlung von ImmobilienKaufmännische Betreuung und Verwaltung von Immobilien
HauptaufgabenVerkauf, Vermietung, Beratung, AkquiseVerwaltung, Vermietung, Verkauf, Abrechnung, Organisation
AusbildungKeine gesetzlich vorgeschriebene BerufsausbildungStaatlich anerkannte duale Ausbildung (IHK)
BerufseinstiegErlaubnis nach §34c GewO und GewerbeanmeldungDreijährige Berufsausbildung
ArbeitsweiseSehr vertriebsorientiertKaufmännisch und organisatorisch
KundenkontaktSehr hochHoch
AußendienstSehr hochMittel
BürotätigkeitMittelHoch
EinkommenMeist provisionsabhängigFestgehalt
ArbeitszeitenHäufig flexibelMeist geregelte Arbeitszeiten
RisikoEinkommensschwankungen möglichHöhere Einkommenssicherheit
SelbstständigkeitSehr häufigEher Angestelltenverhältnis
KarriereAufbau eigener Kunden, SelbstständigkeitFach- und Führungspositionen, Projektentwicklung

Die Tabelle verdeutlicht, dass keiner der beiden Berufe grundsätzlich besser ist. Vielmehr hängt die Wahl davon ab, welche persönlichen Ziele, Stärken und Vorstellungen jemand mitbringt.

Vorteile des Berufs Immobilienmakler

Viele Menschen entscheiden sich bewusst für den Maklerberuf, weil dieser große Freiheiten bietet.

Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:

  • leistungsorientiertes Einkommen
  • hohe Eigenverantwortung
  • abwechslungsreicher Arbeitsalltag
  • intensiver Kundenkontakt
  • flexible Zeiteinteilung
  • gute Verdienstmöglichkeiten
  • Möglichkeit zur Selbstständigkeit
  • spannende Verhandlungen
  • große persönliche Entwicklungsmöglichkeiten

Insbesondere unternehmerisch denkende Persönlichkeiten schätzen die Freiheit und Dynamik dieses Berufs.

Herausforderungen im Maklerberuf

Neben den zahlreichen Chancen bringt der Beruf auch Herausforderungen mit sich.

Dazu zählen beispielsweise:

  • unregelmäßiges Einkommen bei Provisionsmodellen
  • hoher Wettbewerbsdruck
  • intensive Kundenakquise
  • Arbeit am Abend oder Wochenende
  • schwankende Immobilienmärkte
  • hohe Eigenverantwortung
  • Erfolgsdruck

Wer langfristig erfolgreich sein möchte, benötigt daher neben Fachwissen auch Durchhaltevermögen, Motivation und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten.

Vorteile des Berufs Immobilienkaufmann

Der Beruf des Immobilienkaufmanns bietet dagegen besonders viel Sicherheit und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten.

Zu den größten Vorteilen zählen:

  • staatlich anerkannte Berufsausbildung
  • geregeltes Einkommen
  • vielfältige Einsatzgebiete
  • sehr gute Zukunftsperspektiven
  • fundierte kaufmännische Ausbildung
  • zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten
  • hohe Arbeitsplatzsicherheit
  • gute Aufstiegschancen
  • abwechslungsreiche Tätigkeiten

Viele Fachkräfte entscheiden sich später dennoch zusätzlich für den Wechsel in den Vertrieb oder kombinieren beide Tätigkeitsbereiche.

Herausforderungen als Immobilienkaufmann

Auch dieser Beruf bringt gewisse Anforderungen mit sich.

Dazu gehören unter anderem:

  • umfangreiche rechtliche Vorgaben
  • hoher Verwaltungsaufwand
  • Verantwortung für große Immobilienbestände
  • sorgfältige Dokumentation
  • komplexe gesetzliche Regelungen
  • hoher Abstimmungsbedarf mit Eigentümern, Mietern und Dienstleistern

Gerade deshalb genießen gut ausgebildete Immobilienkaufleute in der Branche einen ausgezeichneten Ruf und sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.

Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Sowohl Immobilienmakler als auch Immobilienkaufleute verfügen über hervorragende Karriereperspektiven. Die Immobilienwirtschaft gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftsbranchen Deutschlands und bietet zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten – von der klassischen Immobilienvermittlung bis hin zu Führungspositionen oder der Selbstständigkeit.

Durch den stetigen Bedarf an Wohnraum, Gewerbeflächen und professionellem Immobilienmanagement werden qualifizierte Fachkräfte langfristig gefragt bleiben.

Karrierewege für Immobilienkaufleute

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung stehen Immobilienkaufleuten zahlreiche berufliche Möglichkeiten offen.

Zu den häufigsten Karrierewegen gehören:

  • Immobilienverwaltung
  • Wohnungswirtschaft
  • Hausverwaltung
  • Projektentwicklung
  • Immobilienvertrieb
  • Asset Management
  • Property Management
  • Facility Management
  • Bau- und Projektsteuerung
  • Immobilienfinanzierung
  • Investmentgesellschaften
  • Banken und Versicherungen
  • kommunale Wohnungsunternehmen

Mit zunehmender Berufserfahrung übernehmen viele Immobilienkaufleute Führungsaufgaben als Teamleiter, Abteilungsleiter oder Objektmanager.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Immobilienbranche entwickelt sich kontinuierlich weiter. Gesetzliche Änderungen, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Marktanforderungen machen lebenslanges Lernen zu einem wichtigen Erfolgsfaktor.

Beliebte Weiterbildungen sind unter anderem:

Immobilienfachwirt (IHK)

Der Immobilienfachwirt zählt zu den bekanntesten Aufstiegsfortbildungen in der Branche. Hier werden insbesondere Kenntnisse in den Bereichen Unternehmensführung, Recht, Finanzierung und Immobilienmanagement vertieft.

Studium Immobilienwirtschaft oder Immobilienmanagement

Ein Bachelor- oder Masterstudium eröffnet zusätzliche Karrierechancen, beispielsweise im Management großer Immobilienunternehmen, bei Projektentwicklern oder institutionellen Investoren.

Spezialisierungen

Viele Fachkräfte spezialisieren sich später auf bestimmte Bereiche, beispielsweise:

  • Wohnimmobilien
  • Gewerbeimmobilien
  • Luxusimmobilien
  • Investmentimmobilien
  • Neubauprojekte
  • Denkmalimmobilien
  • Immobilienbewertung
  • Finanzierung
  • Projektentwicklung
  • Nachhaltiges Bauen (ESG)

Durch Spezialisierungen lassen sich Fachwissen und Marktwert deutlich steigern.

Karrierewege für Immobilienmakler

Auch Immobilienmakler verfügen über vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.

Viele beginnen ihre Laufbahn in einem Maklerunternehmen und entwickeln sich anschließend Schritt für Schritt weiter.

Typische Karriereschritte sind:

  • Aufbau eines eigenen Kundenstamms
  • Spezialisierung auf hochwertige Immobilien
  • Leitung eines Vertriebsteams
  • Eröffnung eines eigenen Maklerbüros
  • Tätigkeit als Franchise-Partner
  • Aufbau eines eigenen Immobilienunternehmens
  • Einstieg in Projektentwicklungen
  • Beratung institutioneller Investoren

Mit wachsender Erfahrung steigt nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern häufig auch das persönliche Netzwerk – einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Immobilienvertrieb.

Kann ein Immobilienkaufmann später Immobilienmakler werden?

Ja. Tatsächlich entscheiden sich viele Immobilienkaufleute nach einigen Jahren Berufserfahrung für den Wechsel in den Immobilienvertrieb.

Die Ausbildung vermittelt bereits zahlreiche Kenntnisse, die im Maklerberuf von großem Vorteil sind.

Dazu gehören unter anderem:

  • Immobilienrecht
  • Marktkenntnisse
  • Immobilienbewertung
  • Finanzierung
  • Vertragswesen
  • Kundenkommunikation
  • Vermietung
  • Verkauf
  • kaufmännische Grundlagen

Wer zusätzlich Freude am Vertrieb und am direkten Kundenkontakt mitbringt, verfügt damit über ausgezeichnete Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit als Immobilienmakler.

Aus diesem Grund beschäftigen viele Maklerunternehmen bevorzugt Bewerber mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum Immobilienkaufmann oder einem vergleichbaren Studium.

Kann man auch ohne Ausbildung Immobilienmakler werden?

Grundsätzlich ja.

Der Zugang zum Maklerberuf ist in Deutschland nicht an eine klassische Berufsausbildung gebunden. Wer die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt und die erforderliche Erlaubnis besitzt, kann als Immobilienmakler tätig werden.

Dennoch sollte der Beruf keinesfalls unterschätzt werden.

Eigentümer und Kaufinteressenten erwarten heute eine professionelle Beratung in zahlreichen Bereichen:

  • Immobilienbewertung
  • Marktanalyse
  • Vertragsrecht
  • Finanzierung
  • Vermarktung
  • Verhandlung
  • Steuerliche Grundlagen
  • Baurecht

Je besser die fachliche Qualifikation ist, desto größer sind in der Regel die Erfolgschancen.

Aus diesem Grund investieren viele Makler kontinuierlich in Weiterbildungen, Seminare und Zertifizierungen.

Digitalisierung verändert beide Berufe

Die Immobilienbranche befindet sich mitten im digitalen Wandel.

Sowohl Immobilienmakler als auch Immobilienkaufleute arbeiten heute mit modernen Softwarelösungen und digitalen Prozessen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • CRM-Systeme
  • digitale Kundenakten
  • Online-Terminplanung
  • virtuelle Besichtigungen
  • Drohnenaufnahmen
  • 3D-Rundgänge
  • elektronische Signaturen
  • digitale Objektverwaltung
  • automatisierte Exposé-Erstellung
  • KI-gestützte Marktanalysen

Digitale Kompetenzen gehören deshalb zunehmend zu den wichtigsten Qualifikationen moderner Immobilienexperten.

Welcher Beruf passt besser zu Ihnen?

Die Entscheidung zwischen Immobilienmakler und Immobilienkaufmann hängt in erster Linie von den eigenen Interessen, Fähigkeiten und beruflichen Zielen ab.

Der Beruf des Immobilienmaklers eignet sich besonders für Menschen, die:

  • gerne verkaufen,
  • eigenverantwortlich arbeiten möchten,
  • flexibel sein wollen,
  • Freude am Netzwerken haben,
  • kommunikativ sind,
  • leistungsorientiert denken,
  • Verhandlungen führen möchten,
  • unternehmerisch handeln.

Der Beruf des Immobilienkaufmanns ist häufig die bessere Wahl für Personen, die:

  • kaufmännisch arbeiten möchten,
  • organisatorische Aufgaben schätzen,
  • strukturiert arbeiten,
  • Interesse an Recht und Wirtschaft haben,
  • langfristige Planung bevorzugen,
  • ein sicheres Einkommen wünschen,
  • abwechslungsreiche Verwaltungs- und Beratungstätigkeiten mögen.

Beide Berufe bieten hervorragende Zukunftsperspektiven und schließen sich keineswegs gegenseitig aus. Viele erfolgreiche Immobilienexperten kombinieren im Laufe ihrer Karriere kaufmännisches Fachwissen mit vertrieblicher Erfahrung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der größte Unterschied zwischen Immobilienmakler und Immobilienkaufmann?

Der Immobilienmakler konzentriert sich überwiegend auf die Vermittlung von Immobilien und arbeitet häufig provisionsbasiert. Immobilienkaufleute übernehmen zusätzlich kaufmännische, organisatorische und verwaltende Aufgaben und verfügen über eine staatlich anerkannte Berufsausbildung.

Ist für Immobilienmakler eine Ausbildung vorgeschrieben?

Nein. Für die Tätigkeit als Immobilienmakler ist keine gesetzlich vorgeschriebene Berufsausbildung erforderlich. Eine fundierte Ausbildung oder Weiterbildung verbessert jedoch die fachliche Kompetenz und erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Immobilienkaufmann?

Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie verkürzt werden.

Wer verdient mehr?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Immobilienkaufleute erhalten meist ein festes Gehalt, während Immobilienmakler – insbesondere mit einem großen Kundenstamm und erfolgreichem Vertrieb – deutlich höhere Einkommen erzielen können. Gleichzeitig unterliegt das Einkommen von Maklern stärkeren Schwankungen.

Kann ich nach der Ausbildung zum Immobilienkaufmann als Makler arbeiten?

Ja. Viele erfolgreiche Immobilienmakler haben ihre Karriere mit einer Ausbildung zum Immobilienkaufmann begonnen. Das dort erworbene Fachwissen bildet eine ausgezeichnete Grundlage für den Immobilienvertrieb.

Welche Berufsaussichten gibt es?

Die Immobilienwirtschaft bietet sehr gute Zukunftsperspektiven. Sowohl Immobilienmakler als auch Immobilienkaufleute werden aufgrund des anhaltenden Bedarfs an Wohnraum, professioneller Verwaltung und qualifizierter Beratung langfristig gefragt sein.

Immobilienmakler und Immobilienkaufleute verfolgen unterschiedliche berufliche Schwerpunkte, ergänzen sich jedoch innerhalb der Immobilienwirtschaft ideal. Während Immobilienmakler vor allem den Vertrieb, die Vermarktung und die Vermittlung von Immobilien übernehmen, konzentrieren sich Immobilienkaufleute auf kaufmännische Prozesse, Verwaltung, Vermietung und das professionelle Management von Immobilienbeständen.

Welcher Berufsweg der richtige ist, hängt von den persönlichen Interessen und Karrierezielen ab. Wer gerne verkauft, flexibel arbeitet und leistungsorientiert denkt, findet im Maklerberuf vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Wer dagegen eine fundierte Ausbildung, strukturierte Arbeitsabläufe und langfristige Karriereperspektiven bevorzugt, trifft mit dem Beruf des Immobilienkaufmanns eine ausgezeichnete Wahl.

Unabhängig vom gewählten Weg gilt: Fachwissen, kontinuierliche Weiterbildung, Marktkenntnis und ein professioneller Umgang mit Kunden sind heute entscheidende Erfolgsfaktoren. Die Immobilienbranche entwickelt sich stetig weiter und bietet qualifizierten Fachkräften ausgezeichnete Chancen auf eine langfristig erfolgreiche Karriere.

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